Denken, daß p

Monday, 29. January 2007 11:21

Wer sagt: “Ich denke, daß es sich mit der Sache x so und so verhält”, der beschreibt nicht einen Denkvorgang, sondern stellt das, was er denkt, als Überzeugungsknoten in eine objektivierte, gedanklich Ordnungsform hinein: man placiert den Gedanken im “space of reasons” (Sellars); es greift aber der zu kurz, der dabei nur argumentative Situationen im Auge hat. Jemand, der sich über Indikatoren an den Zustand eines Objekts heranpirscht, tut das auch.

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1000 Worte

Monday, 29. January 2007 9:27

Daß ein Bild mehr sage als tausend Worte ist vermutlich nur ein ex-post-Effekt. Wenn wir schon genug wissen, dann kann man das Bild als eine Art Bündelung vieler distinkter Aussagen auffassen. Vorher nicht. Die gedankliche Rasterung stellt sich nicht mit der Wahrnehmung, sondern mit feinkörnigen Aussagen über dieses Bild ein.

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Thema: aesthetics, words | Kommentare (0)

Absurd

Thursday, 25. January 2007 17:27

Wenn man jemand argumentativ gestellt und optimalerweise in die Sackgasse der Absurdität seiner Position getrieben hat, dann ist alles geleistet, was Argumentation leisten kann. Man kann niemanden überzeugen, der keine Urteilskraft hat.

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Thema: arguments | Kommentare (0)

RHETOR

Sunday, 14. January 2007 13:33

Manchmal steckt die ganze geballte Rhetorik in einem deskriptiven Wort: z.B. in “Bedenkenträger”.

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Thema: speech | Kommentare (0)

TYPISCH DEUTSCH

Sunday, 14. January 2007 13:31

Der locus “typisch Deutsch” wird häufig verwendet, um gegnerische Aussagen zu schwächen. Er leistet aber argumentativ nichts. Ferner: “typisch österreichisch”, “typisch schweizerisch” habe ich in Disputen im ORF oder im Schweizer Fernsehen auch schon vernommen: zumeist in Bezug auf “Zweifel”. Nächster Schritt: typisch europäisch oder typisch Mensch.

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FEYERABEND

Thursday, 11. January 2007 9:37

“Feyerabend war in vielerlei Beziehung ziemlich unkonventionell, und hiermit beginne ich mich seinem Rollenverständnis als Philosoph zuzuwenden. Insbesondere akademische Üblichkeiten missachtete er vielfach, teilweise in bewusster Provokation. Das lag daran, dass sich seine persönliche Wertehierarchie in etlichen Hinsichten von typischen Wertehierarchien von Akademikern unterschied: Er war immer wieder bereit, typisch akademische Werte seinen persönlichen Präferenzen unterzuordnen. So widerrief er z.B. seine Annahme einer Stelle am Minnesota Center for the Philosophy of Science, das er sehr schätzte, mit der Begründung, er könne auf seine Gesangslehrerin in San Francisco nicht verzichten. Durchaus potentiell interessante und anregende Diskussionen konnte er ausschlagen, wenn im Fernsehen ein Krimi kam, den er sehen wollte. Ein Treffen mit Heidegger, das ein gemeinsamer Bekannter arrangieren wollte, lehnte er ab – einfach so. Seine Probevorlesung an der ETH Zürich beendete er damit, dass er seinen Schal wie ein Lasso über dem Kopf schwang und verkündete, er sei jetzt müde und hungrig und gehe nach Hause. Bei Einladungen zu Vorträgen, die er angenommen hatte, mussten die Veranstalter bis ganz kurz vor seinem Auftritt damit rechnen, dass sie noch eine Absage bekamen (die ihren Grund allerdings nicht nur in einer Laune, sondern auch in großen Schmerzen haben konnte, die von seiner Kriegsverletzung herrührten). Etwa ein Drittel seiner Vorlesungen in Berkeley hat er ausfallen lassen. Das Benotungsrecht ist ihm temporär entzogen worden, weil er fast nur Sechser vergab. Attraktive Studentinnen erhielten immer eine Vorzugsbehandlung, in vielerlei Hinsicht. Als unstet und unzuverlässig, eben auch persönlich als einen Anarchisten, konnte man ihn sehen. Einmal begründete Feyerabend eine äusserst kurzfristige Vortragsabsage damit, dass ihn eine kritische Rationalistin ins Bett argumentiert habe und es ihm daher unmöglich sei zu kommen.”

aus: Paul Hoyningen-Huene: Paul Feyerabend…

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Thema: humour | Kommentare (0)

ERFÜLLUNG

Monday, 1. January 2007 16:05

Der beste, mächtigste und gleichzeitig vorsichtigste logische Begriff, den man zwischen Zeichen einerseits und Objekten andererseits ansetzen kann, ist der Erfüllungsbegriff (auf Satzebene als Grenzfall der Wahrheitsbegriff). Der Begriff der Referenz ist zu stark. Denn: Worauf bezieht sich eine Variable? Auf nichts: aber sie hat gegebenenfalls Erfüller (einer geschlossenen Formel). Weiterer Vorteil: “Erfüllung” veträgt sich prima mit “Zuordnung”, Konstanten können als Variablen interpretiert werden, bei denen via Funktion stets derselbe Wert ausgegeben wird. Funktionen sind eine Teilmenge der Relationen. Wenn man jetzt noch einen Wertebereich annimmt, hat man alles, was eine mathematische Struktur so ausmacht.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

ABSCHIRMUNG

Wednesday, 27. December 2006 11:53

Wenn man den Begriff der “Erfahrung” auffährt, um sich gegen Kritik abzuschirmen, dann sollte man sie auch in entsprechende Aussagen überführen können. Andernfalls ist der Begriff der “Erfahrung” ein rhetorisches Mittel.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Begründung

Tuesday, 26. December 2006 19:09

Ob Begründungen geäußert werden, ist unerheblich; sie müssen nur bei Bedarf parat stehen; man schiebt sie dann nach.

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Thema: beliefs | Kommentare (0)

Übersetzung

Wednesday, 13. December 2006 16:46

Wenn jemand fragt, was der Ausdruck “horse” im Deutschen bedeutet, so würde ich nicht antworten: “Horse” bedeutet “Pferd”, sondern: versuchs mal mit “Pferd”, dann kommst Du vermutlich am weitesten. Durch diese Erläuterungsweise kommt der Hypothesencharakter von Übersetzungen zum Vorschein. Da dieses Verfahren bereits “zuhause” beginnt, sollte man es auch muttersprachlich einsetzen: im kommunikativen Verkehr “derselben” Sprache (im Sinne von “langue”).

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Thema: speech | Kommentare (0)