Aug
23
Saturday, 23. August 2008 13:01
Heute nur eine Anregung.
Ein interessantes epistemisches, propositionales Idiom (nebst “glauben, dass p” und “wissen, dass p”), das wir in der Regel zu verwenden wissen, das wenig untersucht ist, aber verwirrend erscheinen könnte, ist die Wendung “ich glaube zu wissen, dass p”.
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Feb
23
Saturday, 23. February 2008 8:29
Begriffe lassen sich als Äquivalenzklassen von Wörtern, Propositionen als Äquivalenzklassen von Sätzen auffassen. Test: Läßt sich das Vorkommen eines Wortes/Satzes durch ein anderes in allen denkbaren Kontexten ersetzen, ohne daß sich der semantische Wert (beliebt: der Wahrheitswert) ändert, so muß es sich um denselben Begriff/dieselbe Proposition handeln. In terms of invariance: der semantische Wert ist invariant unter allen Ersetzungsoperationen des einen Ausdrucks durch den anderen.
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Jan
02
Wednesday, 2. January 2008 17:11
Anstatt von logischen Begriffen zu sprechen sollte man vielleicht besser den Ausdruck “logische Redeweise” gebrauchen. Ein wesentliches Merkmal dieser Redeweise ist es, dass sie keinerlei Aussage darüber macht, wer oder was eine sprachliche Form erfüllt, sondern sich mit einer Kennzeichnung begnügt: dasjenige, das eine Form erfüllt, ist automatisch ein Element einer Menge, “über” die geredet wird.
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Oct
07
Sunday, 7. October 2007 18:13
Nicht zum ersten Mal habe ich vor kurzem einen Lehrer sagen hören, die Philosophen hätten versucht, “die Welt zu erklären”. Ich weiß nicht, was damit gemeint sein könnte - ein Formeltyp, wie er in seiner Machart oft in Künstlerkreisen verwendet wird. Da Leute, die so etwas sagen, wohl selbst nicht wissen, was sie mit dieser Phrase meinen, fällt es ihnen demnach auch nicht schwer, sie zu brüskieren.
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Thema: analysis, motives, reasoning |
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Sep
15
Saturday, 15. September 2007 19:09
Immer wieder trifft man das Missverständnis an, dass logische Sachverhalte auf bestimmte Gegenstandsgebiete bezogen werden, z.B. auf die Mathematik (”dort gehts logisch zu”). Die Leute sprechen dann so, als ob die Logik dort hingehöre. Das legt dann nahe, zu denken, in anderen Bereichen gehe es “unlogisch”, “alogisch” oder “nicht so logisch” zu. Ganz beliebt: das Gefühlsleben. Es wurde aber von führenden Logikern immer betont, dass die Logik “topic neutral” ist (so Ryles Worte). Deswegen überführt man ja auch Kandidaten für gültige logische Folgerungen in eine Sprache mit formalen Variablen, Konstanten, Konnektoren usw.. (man “deinterpretiert” in Quines Worten und lagert den Gegenstandsbereich künstlich aus). Ist ein derartiges Schema gültig, dann ist es egal, ob über Gefühle, Krampfadern oder Renditen gesprochen wird, insoweit die gleichen schematischen Ausdrücke durch die die gleichen Korrelate ersetzt werden. Wenn, dann durchzieht “das Logische” unserem gesamten Denkraum und besetzt nicht etwa eine Schamecke.
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Thema: analysis, reasoning, words |
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Aug
15
Wednesday, 15. August 2007 6:56
Wir werfen gerne mit Einstellungsprädikaten wie “skeptisch”, “realistisch”, “optimistisch” um uns, um Dispositionen von Personen zu markieren. Das ist Psychologie oder aber die Umgehung sprachlicher Redundanzen, denn nichts hängt von dieser Zuschreibung ab. Man tut so, als hinge Sinn und Verstand von Überzeugungen und Handlungen von ihnen ab. Das ist Humbug. Entweder der Gedanke greift, oder er greift nicht.
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Thema: reasoning, truth, words |
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Aug
11
Saturday, 11. August 2007 15:19
Wenn man sich über den Status philosophischer Sätze im unklaren ist, - wenn man nicht weiß, ob es sich um analytische oder synthetische Sätze handelt (vgl. Kant) - dann macht man vermutlich keinen Fehler, Philosophie als Verwaltungstätigkeit aufzufassen. Überzeugungen, Konzepte in ihrer Gesamtheit + deren Verknüpfungen (web of belief) werden verwaltet. Ob das Mehrwert zutage fördert kann dann im Sinne eines Unternehmens beantwortet werden, das sich fragt, ob Verwaltungstätigkeiten wie “Rechnungen schreiben” oder “Buchhalten” im Verhältnis zur “Produktion” Mehrwert schafft.
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Thema: analysis, concepts&models, ecosophia |
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Jul
22
Sunday, 22. July 2007 13:49
Würde man unser alltägliches “In-der-Welt-Sein” phänomenologisch als heideggerschen Orientierungsmodus verstehen wollen, dann müßten wir von einer “taktischen Temperiertheit” sprechen. Es wäre ein Fehler, das “verlogen” zu nennen; es ist einfach nur ein in Gleichgewichten zu beschreibender Balanceakt zwischen Fordern und Zügeln, Investieren und (Er)sparen, Positionieren und Vermeiden, Exponieren und Verdecken.
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Jul
17
Tuesday, 17. July 2007 13:14
Es ist viel wichtiger, viele zutreffende Aussagen im eigenen Überzeugungsportfolio herumzutragen als “tiefe”. Von Wittgenstein wird kolportiert (Stelle ist mir nicht bekannt), er hätte im Vergleich Kant-Schopenhauer gesagt, bei letzterem sehe man “schneller auf den Grund”. Umso schlimmer für Kant, denn Schopenhauer hat bisweilen erstaunlich präzise beobachtet und formuliert (daran ändert auch der Umstand nichts, daß das bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht gefällt). Das Ausspielen von Oberflächlichkeit und Tiefe treibt manchmal merkwürdige Blüten.
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Thema: analysis, beliefs, concepts&models |
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Jul
17
Tuesday, 17. July 2007 11:38
Beim Taufen von Produkten oder Dientstleistungen ist es vernünftig, den Namen Programm sein zu lassen. Das ist bei Eigennamen nicht so, denn niemand verfolgt ein Programm, wenn er seinen Sohn “Paul” oder ein Gewässer “Atlantik” nennt. Beim Benennen (Namen) kann man Fehler machen. Besser: die nahegelegte Programmatik ist irreführend. Ein prominentes Beispiel ist das basicthinking Blog (http://www.basicthinking.de/blog/) von Robert Basic, das ansonsten sehr gut gemacht ist und in dem man allerlei Nützliches um Internetpräsenz nachlesen kann. Die Frage ist nur: was ist “basic” an dem “thinking”? In welcher Weise gehts dort um Denken und Überlegen? A misnomer. Der Name wäre meinem Blog gut zu Gesicht gestanden. Vielleicht ist mir dieser prominente Blogger ja trotz Kritik zugeneigt und nimmt mich in die Liste seiner Fachblogs (Philosophie) auf.
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