Kaufmännische Überdeckung
Intentionen sieht man selten - wenn überhaupt - direkt ein. Deshalb erscheinen moralisch und geschäftlich motivierte Handlungen häufig als ununterscheidbar. Dem Kaufmann ist es ja stets möglich, vom Selbstverständnis “Kaufviehhirte” in Richtung “wohltätiger Bedürfniserfüllungsgehilfe” zu switchen, ohne daß man ihn an der Handlungsoberfläche stellen könnte. “Dumme” Bedürfnisse gibts für den reinrassigen Geschäftsmann ja gar nicht. Auch sehen wir wieder eine Struktur, bei der es einen definitorischen Unterschied zwischen Handlungsstrukturen gibt (Kant: die Absicht muß gut sein für moralisch korrektes Verhalten), bei denen der begriffliche Zusatz (gute Absicht) unseren unmittelbaren Detektionsmöglichkeiten unangenehm vorauseilt. Interpretation und Ermittlung muß investiert werden, um es herauszubekommen. Das kostet Energie und Zeit. Meist zu viel.
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