Ästhetische Urteilskraft
Wer den Gefallen an einem Musikstück damit begründet, “der Text gefalle ihm so gut”, der steht an der Klippe eines Kategorienfehlers. Der “Text” kann für die Musikevaluation nur in Form des stimmlich-phonetischen Beitrags - als Instrument - von Belang sein. Die Bedeutung der verwendeten Ausdrücke hat darin zunächst gar nichts zu suchen. Möglich ist aber dies: die Musik gefällt mir gut - und überdies ist der Text sehr ansprechend. Das war eine Bemerkung zu den Constraints ästhetischer Urteile - diese Constraints sind nicht “subjektiv”, sondern bestimmen den Raum, innerhalb dessen ein Urteil sinnvoll gefällt wird.
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Saturday, 23. February 2008 12:20
Außer es findet mal wieder eine (fieserweise schleichende) Begriffswandlung statt, hier des Musik-Begriffs, der - seit es Pop gibt - die Bedeutung der Lyrics gleich mitgefressen hat. Das ist es nun mal, was Millionen Fans meinen, wenn sie die Musik von Tokio Hotel toll finden. Noch fieser: man muss es entweder akzeptieren und umständlicher als früher formulieren oder fortan ein “Minderheiten-Begriffssystem” pflegen.