VERERBUNG
Jedes Urteil, jeder Formalismus, jedes Postulat, jede Heuristik, jede Gedankenfigur und jedes Prinzip ist automatisch Teil eines philosophischen Überzeugungskörpers. Der Träger kann nicht sagen, das treffe auf ihn nicht zu, schließlich sei er “Jurist”, “Betriebswirt”, “Ingenieur”, “Verwaltungsexperte”, “Angestellter” oder “Fernfahrer”. Kompartimentierung läuft leer. Eine untaugliche Lösung vererbt sich aus dem Fach sofort in die allgemeinste Theorie der Lösungsverfahren. Es kann auch nicht sein, daß sich eine Lösung unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren in der Betriebswirtschaft als tauglich herausstellt, in der Philosophie hingegen nicht - bei gleichen Bedingungen. Betriebswirtschaft oder Informatik sind dann einfach angewandte Philosophie. Ganz verwegen formuliert: Die “abstraktere Beschäftigung” unterscheidet sich von der “konkreteren” nicht durch verschiedene Objektbereiche, sondern durch den Parametrisierungsgrad: hier stehen Variablen, wo da Werte eingesetzt wurden.
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