Wahrheitsmetaphysik
Dass es so erscheint, als seien “die tatsächlichen Umstände” entkoppelt und “auf mystische Art” jenseits unserer Denkhandlungen “im transzendenten Raum” entspringt einer weitläufigen, durch ein Erkenntnis-Bild bedingten Fehlinterpretation: es handelt sich ja nicht um eine Ding, auf das man eben nicht direkt (oder grundsätzlich nicht) zugreifen kann, sondern um das Merkmal des Empirischen schlechthin. Und dies ist: man muss eben nachschauen oder messen, ums wissen zu können. Das “Loch” ist kein mystisches, sondern eines, das die mögliche Falschheit unserer Überzeugung markiert. Es ist diese unspektakuläre Lücke, die uns sagen lässt: “Ich könnte auch falsch liegen”.
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Thursday, 27. March 2008 15:04
Nachschauen und beobachten tun wir alle. Wenn du misst, vergleichst du ein Ding deiner Welt mit einem anderen. Und? Hohles Zeugs.
Nach dem interessanten Maßstab gefragt, wann denn die beobachteten oder gemessenen Eigenschaften eines Dings den mantrahaft beschworenen “wahren” Eigenschaften entsprechen, versagt der Realist seit Jahrtausenden kläglich.
“Es ist halt so. Einen Maßstab habe ich nicht nötig!”
Unverständlicher Fundamentalismus!
Beste Grüße.
Thursday, 27. March 2008 17:39
Thema verfehlt. Die philosophische Frage lautet: Was heißt es, dass eine Überzeugung/Proposition/Urteil wahr ist, falls man mit dem Wahrheitsbegriff arbeitet.
Ich optiere für diesen Begriff - aber nicht aus philosophischer Naivität heraus, sondern weil man ihn ohnehin wieder einführen müsste, nachdem man ihn aus elementaren Begriffssystemen eliminiert hat.
Du kannst nicht Zugeständnisse auf der Ebene meiner “Alltagsaussagen” machen und den Begriff schlucken, um ihn danach als daneben zu bezeichnen und eine fragwürdige historische Aussage zu machen. Der Wahrheitsbegriff ist einer der klarsten und robustesten Begriffe, über die wir überhaupt verfügen. Die Schwierigkeit besteht allein darin, ihn in einem Set von Begriffen (Strawson nennt das “deskriptive Metaphysik”) an die richtige Stelle zu setzen und ihm den richtigen Status zuzuordnen. Es bleibt dabei: “Es regnet” ist wahr genau dann, wenn es regnet. Ich habe noch nicht einmal etwas dazu gesagt, ob Wahrheit als bloße Zitattilgungsfunktion hinreichend ist.
Thursday, 27. March 2008 18:12
Stimmt, sorry. Konnte nicht widerstehen. Hab das Thema ehrlich gesagt nicht verstanden und einfach unterstellt, du meinst mit “Merkmal des Empirischen schlechthin” einfach nur “absolut wahre Eigenschaften”.
Wo ist dein Unterschied?