Wahrnehmung
Es ist immer wieder interessant, wie häufig wir Beobachtungen inclusive gezogener Schlußfolgen in einer Wahrnehmungsterminologie beschreiben, um sie so “dingfest” zu machen. Besonders prominent: Empfindung. So sagt in einem Forum jemand, er empfinde viele “spirituelle Menschen” als Realitätsflüchtlinge. Ein ähnlicher Fall: anstatt zu sagen, man wisse, daß p, sagt man transitiv: “Ich habe p erkannt”; offensichtlich müssen propositionale Zusammenhänge (Merkmal: “daß p”) in gekapselter Dingform “Heim ins Wahrnehmungsreich” verfrachtet werden. Ich glaube jeweils zu wissen, was gemeint ist. Das Problem ist nur: dadurch wird möglicherweise die logische Form unserer Aussagen verdreht, die wir dann mühsam mittels semantischer Analyse wieder freischaufeln müssen (vgl. logische Form versus grammatische Form von Aussagen; grammar lies).
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