WISSEN, DASS P
Der gebräuchliche faktive Wissensbegriff ist sehr druckempfindlich. Legt man harte, aber angemessene Maßstäbe an (justified true belief…), dann bestehen sehr viele vorgebliche “Wissensgüter” diesen Test nicht. Schwächt man ab, gelten zu viele Dinge als Wissen. So bezeichnen Personen mitunter Überzeugungen als Wissen, deren Wahrheit nicht erwiesen oder nicht einmal geprüft wurden. Ständig vor dem Wissensbegriff eine Vorbehaltsklausel einzufügen (z.B. “vermeintlich”; “purported knowledge”) ist zu umständlich und wirkt peinlich sokratisch. Am besten man behandelt ihn “logisch”: man setzt Wissen umstandslos voraus (macht den Begriff nicht im voraus abhängig von Prüfung) und setzt ihn dann bei Bedarf zu bloßer Überzeugung herunter. Damit wäre unserem “epistemischen Optimismus” auch Genüge getan. “Wissen, daß p” wäre dann in der Terminologie Ryles semantisch eine Art “Erfolgswort”.
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